Archäologische Staatssammlung, München

Leistung
1–9

Bauherr
Freistaat Bayern, Staatliches Bauamt München 1

Zeitraum
2014–2023

Kategorie
Freianlagen Museumsbau und KiTa

Archäologische Staatssammlung, München

Die Archäologische Staatssammlung in München ist das zentrale bayerische Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte. Mit Beginn der Sanierungsmaßnahmen 2016 schloss das Museum und wurde im Mai 2024 nach einer Gesamtsanierung und Erweiterung wiedereröffnet. Die Erweiterung erfolgte durch eine etwa 600 m2 große unterirdische Sonderausstellungshalle, das Bestandsgebäude selbst wurde Kernsaniert und teilweise aufgestockt.
Auf der Dachfläche des unterirdischen Ausstellungsraumes entstand ein individueller Freiraum, der als Außenbereich der unmittelbar angrenzenden Kindertagesstätte dient, aber gleichzeitig auch einen Bezug zum Museum schafft. Die Spielanlage unterteilt sich in vier thematische Bereiche mit jeweils unterschiedlichen Belägen und Höhen. Damit werden abwechslungsreiche, spannende und sehr individuell gestaltete Kinderbereiche geschaffen. 

Kletterpyramiden

Kletterpyramiden für verschiedenen Altersstufen sowie ein Rasenhügelgrab und ein Sandbereich als Ausgrabungsstätte greifen die Thematik des angrenzenden Museums auf und bieten viel Spielwert für die verschiedenen Altersstufen. Obststräucher und Weiden bieten Möglichkeiten zum Naschen und Verstecken für die Kinder. Ein Hochbeet soll den Kindern alte Gemüsesorten näherbringen. Sonnenschirme bieten ausreichend Verschattung und durch die großen Holzkiesel einen Platz zum Verweilen. Die Farben der Beläge sowie der Sonnenschirme orientieren sich an der Farbe des Gebäudes und bilden mit ihm eine harmonische Einheit.
Bei der Umsetzung des Spielbereiches stellten die geringe Aufbauhöhe der einzelnen Kuben sowie die vorgegebenen statischen Lasten besondere Herausforderungen dar, weshalb individuelle Sonderlösungen erarbeitet und neue/individuelle Baumaterialien verwendet wurden.

Sandfläche

Über dem Eingangsbereich wurde im 1. OG eine großzügige Dachterrasse geplant, die durch das Museums-Café bespielt wird. Angrenzende Hochbeete, die mit Küchenkräutern und verschiedenen bienenfreundlichen Stauden bepflanzt sind, grenzen den Café-Bereich von den benachbarten extensiven Dachflächen ab und können vom Café genutzt werden. Da aufgrund der Baustatik die höherliegenden Dächer nicht begrünt werden konnten, sind diese ausschließlich bekiest und nehmen die notwendige Technik des Museums auf. 

Der einheitliche Bodenbelag aus schwarzem Klinker rund um das Gebäude, der bis an die Fassade gezogen wird, betont die außergewöhnliche Architektur und spiegelt die Archäologische Staatssammlung als prägnanten Ort im Stadtgefüge wider. Der Haupteingang des Museums wurde durch einen neuen Gebäudekubus akzentuiert, der markante Cortenstahl an der Fassade wurde dabei beibehalten. Ein Blindenleitsystem führt die Besucher ins Museum. Eine 6 Meter lange Bank aus Lerchenholz sowie die Bestuhlung des angrenzenden Cafés laden zum Verweilen im Außenraum ein.

Im Kassenbereich des EG wurde der angrenzende Patio mit immergrünen Stauden bepflanzt. Weißer Flusskiesel bildet hier einen angenehmen Kontrast zu den Pflanzen und schafft so einen einladenden und ansprechenden Eingangsbereich.
Die Ostseite des Gebäudes schmücken Magnolien und weißblühende Vogelkirschen und stehen im Kontrast zur Fassade.

Lageplan