Raiffeisen-Lagerhausgelände, Feldkirchen

Leistung
LP 1–9

Auftraggeber:in
Gemeinde Feldkirchen

Auszeichnungen
1. Preis, Realisierungswettbewerb
Deutscher Bauherrenpreis 2024

Zeitraum
2017–2023

Kategorie
Wohnungsbau

Raiffeisen-Lagerhausgelände, Feldkirchen

Das neue Quartier soll einen offenen heiteren Charakter bekommen. Die durch die städtebauliche Figur entstehende „Grüne Mitte“ dient als gemeinschaftlich nutzbarer Wohnhof, der als Treffpunkt für die Nachbarschaft fungiert. Im gemeinsamen Hof befindet sich ebenfalls ein Kleinkindersandspielbereich mit Spielgeräten, eine Hängematte, einer Sitzmöglichkeit und einer großzügigen Multifunktionsfläche.
In dem Hof werden mehrere Großbäume gepflanzt, die zusätzlich mit Kleinbäumen mit besonderem Blüheffekt umspielt werden. Dies wird durch eine ausreichende Überdeckung der Tiefgarage mit Oberboden sowie z.T. Geländemodellierungen von bis zu einem Meter gewährleistet. Die Randbereiche werden mit Stauden- und Gräserpflanzungen gestaltet.
Das Grundstück wird mit Bäumen umstellt und dadurch an den Straßenseiten gefasst. Entlang der Raiffeisenstraße entsteht somit ein grüner Vorzonenbereich mit Großbäumen und Gräserpflanzung. Die Richthofenstraße beherbergt zwischen den Straßenbäumen die oberirdischen Stellplätze und einen Vorplatz zum Bürgertreff. Der kleine Vorplatz ist als zusätzlicher Treffpunkt und Aufenthaltsort mit langer Sitzbank und Tischtennisplatte gestaltet. Die acht Parkplätze werden mit Asphalt hergestellt. Davon werden die nördlichen barrierefrei ausgebaut.

Lageplan

Eingangsbereich

Das Grundstück an der Raiffeisenstraße, einst Lagerplatz nach dem Abriss des alten Lagerhauses, wurde über Jahre hinweg als Baustofflager genutzt. Angesichts seiner zentralen Lage in der Gemeinde war diese Nutzung jedoch nicht angemessen. Deshalb wurde beschlossen, das Grundstück mit Funktionen zu bebauen, die den Bedürfnissen der Bürger gerecht werden, wie etwa Wohnraum, Seniorenwohngruppen, Mittagsbetreuung und einen Nachbarschaftstreff. Dadurch entstand eine belebte Mitte der Gemeinde.

Ein Architektenwettbewerb bildete die Grundlage für die Planung und Umsetzung des Projekts. Die Wohnanlage befindet sich nun auf dem Gelände des ehemaligen Raiffeisenlagerhauses, umgeben von einer vielfältigen Nachbarschaft mit einer stark befahrenen Bahnstrecke, Wohnhäusern und einer Grundschule. Die geplanten Baukörper formen einen gemeinsamen Wohnhof in lockerer Anordnung, der das Herz des Quartiers bildet. Ein langgestreckter Baukörper schützt die Wohnanlage zur Bahn hin vor Lärm. Im Süden, zur Wohnnachbarschaft hin, verringert sich die Gebäudehöhe der Solitärbaukörper, um eine maßstäbliche Integration zu gewährleisten. Die Gebäudegeometrien sind von der Umgebung inspiriert, Achsen und Kanten werden aufgegriffen. Durch Höhenstaffelung und Terrassierung entsteht ein aufgelockertes Erscheinungsbild, das spannende Bezüge schafft. Die Gebäude interagieren mit den umliegenden Freiräumen und Plätzen und setzen deren Gestaltung fort.

Innenhof mit Sandspielbereich

Bepflanzung

Die Sondernutzungen, darunter die Mittagsbetreuung und der Nachbarschaftstreff, befinden sich am östlichen Rand des Grundstücks und sind zur Schule und zum Hort hin ausgerichtet. Der längliche Baukörper im Norden umfasst im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Seniorenwohngruppen mit insgesamt 20 Appartements. Diese Wohngruppen verfügen über gemeinsame zentrale Bereiche, die jeweils einen großen Aufenthaltsraum mit Gemeinschaftsküche für die Bewohner bieten. Jede Wohneinheit ist mit einem Balkon oder einer privaten Terrasse ausgestattet. Die restlichen Bereiche des Gebäudes sind mit Wohnungen unterschiedlicher Ausgestaltung belegt.

Rückzugsbereich