Tor zur Literatur, Marbach

Auslobung
Deutsche Schillergesellschaft e.V., Marbach

Architektur
Gustav Düsing

Zeitraum
2025

Kategorie
Realisierungswettbewerb, 1. Preis

Tor zur Literatur, Marbach

Gemeinsam mit dem Berliner Büro Gustav Düsing Architekt haben wir den ersten Preis im Wettbewerb für das „Tor zur Literatur“ auf der Schillerhöhe in Marbach am Neckar erhalten. Unser Entwurf versteht den neuen Baustein des Deutschen Literaturarchiv Marbach als ein Zusammenspiel von Architektur und Landschaft. Der Freiraum übernimmt eine tragende Rolle für die Identität des gesamten Campus.

Aus landschaftsarchitektonischer Sicht steht die Entwicklung eines zusammenhängenden Freiraumsystems im Mittelpunkt. Das „Tor zur Literatur“ wird dabei als räumlicher Auftakt gedacht, der Besucherinnen und Besucher empfängt und durch differenzierte Außenräume in den Campus hineinführt.

Der Entwurf reagiert auf die besondere Lage auf der Schillerhöhe und stärkt die Verbindung zwischen Stadt, Landschaft und Archiv. Freiräume werden als aktive Träger von Bewegung, Aufenthalt und Orientierung ausgebildet. Grüne Dächer ermöglichen einen weiten Blick auf das Schiller Nationalmuseum.

Ein besonderer Fokus liegt auf der nachhaltigen Entwicklung der Freiflächen. Vegetation, Topografie und Materialität werden so eingesetzt, dass ein klimaangepasster und langfristig robuster Ort entsteht, der den Wandel des Archivs begleitet und zugleich eine eigenständige landschaftliche Identität formuliert.

Die Freiraumgestaltung entwickelt sich aus der vorhandenen Topografie und führt die unterschiedlichen Ebenen des Campus zusammen. Die Parklandschaft geht mit den Gründächern in Literaturbauten über und schafft somit einen einzigartigen identitätsstiftenden Ort. Bestehende Wegebeziehungen werden aufgenommen, neu interpretiert und zu einem klar lesbaren Netz verdichtet. Dabei entstehen Orte mit unterschiedlichen Atmosphären – von offenen, gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen bis hin zu ruhigeren Zonen des Rückzugs. Die Dächer bieten durch die weitergezogene Parklandschaft einen Lesegarten mit öffentlichem Bücherregal und Sitzmöglichkeiten. Es entsteht ein Ort der Gemeinschaft, des Austausches und der Erholung. Bauwerk und Landschaft, unten und oben bilden eine gemeinsame Einheit und lassen einen geteilten sozialen Raum entstehen.

Im engen Dialog mit der Architektur von Gustav Düsing Architekt entstehen fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Zugänge, Vorbereiche und Aufenthaltszonen sind so gestaltet, dass sie die Nutzungen des Gebäudes erweitern. Großzügige Glasfassaden schaffen eine Verbindung und sorgen für Offenheit und Leichtigkeit.

Nachhaltigkeit ist dabei integraler Bestandteil des Entwurfs: Durch standortgerechte Pflanzungen, einen sensiblen Umgang mit Wasser und die Reduktion versiegelter Flächen entsteht ein klimaresilientes Umfeld, das langfristig tragfähig ist.